TechDivision GmbH
Von digitalem Ersatzteilgeschäft bis zur KI-Plattform OttoVerse: DEUTZ zeigte, wie digitale Transformation im Maschinen- und Anlagenbau heute umgesetzt wird.
Der Maschinen- und Anlagenbau befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Digitale Transformation, datenbasierte Geschäftsmodelle und steigende Kundenerwartungen verändern den industriellen B2B-Vertrieb nachhaltig. Effiziente digitale Prozesse, innovative Services und KI-gestützte Anwendungen entwickeln sich dabei zunehmend zu entscheidenden Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum.
Vor diesem Hintergrund veranstalteten ProduktionNRW und die TechDivision am 9. Juli 2026 gemeinsam mit der DEUTZ AG eine Veranstaltung zur digitalen Transformation und zu KI-Potenzialen im Maschinen- und Anlagenbau in Köln. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen im B2B-Commerce, digitale Geschäftsmodelle und den praktischen Einsatz von Künstlicher Intelligenz auszutauschen. Nach der Begrüßung stellte Andreas Schmidt, CEO der Business Unit Service bei DEUTZ, die entsprechende strategische Ausrichtung vor.
B2B-Handel der Zukunft
In seiner Keynote zeigte Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, wie sich Kundenanforderungen und Vertriebsstrukturen im B2B-Geschäft verändern. Seine zentrale Botschaft: Digitale Vertriebskanäle gewinnen weiter an Bedeutung, während Unternehmen ihre Organisation, Prozesse und Kompetenzen konsequent weiterentwickeln müssen, um den steigenden Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Omnichannel-Strategien, digitale Services und ein belastbares Datenfundament zunehmend zu den entscheidenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Digitalisierung und den sinnvollen Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden.
DEUTZ Partner-Shop
Praxisnahe Einblicke in die digitale Transformation des After-Sales-Geschäfts bot die Vorstellung des neuen globalen DEUTZ Partner-Shops. Christian Damm, Head of Service SCM, und Maximilian Alex, SAP Team Lead Sales & Service (beide DEUTZ), präsentierten das Projekt gemeinsam mit Christian Holtz von der purplecat AG sowie Stefan Regniet von der TechDivision GmbH, die für die Umsetzung der Projekte verantwortlich sind. Sie zeigten, wie eine über zwei Jahrzehnte gewachsene Lösung erfolgreich durch eine moderne und zukunftsfähige Commerce-Plattform ersetzt wurde.
Der neue Partner-Shop ermöglicht eine weitgehend automatisierte und medienbruchfreie Bestellabwicklung, stellt Echtzeitinformationen zu Verfügbarkeiten, Preisen und Lieferstatus bereit und schafft gleichzeitig die technologische Grundlage für die anstehende Migration auf SAP S/4HANA. Deutlich wurde dabei, dass digitale Kundenschnittstellen heute weit mehr sind als reine Bestellportale: Sie sind ein zentraler Baustein für effiziente Serviceprozesse, eine hohe Kundenzufriedenheit und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit im Ersatzteilgeschäft. Insbesondere im internationalen Umfeld gewinnen sie zunehmend an strategischer Bedeutung und entwickeln sich zu einem wichtigen Wachstumstreiber im After-Sales- und Servicegeschäft.
KI-Einsatz bei der DEUTZ AG
Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war der praxisnahe Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei DEUTZ. Prof. Dr. Christian Hürter, CIO, und Niklas Cox, Principal AI Architect (beide DEUTZ), stellten die unternehmenseigene KI-Plattform „OttoVerse“ vor, die seit 2023 konsequent ausgebaut wird. Anhand verschiedener Anwendungsfälle zeigten sie, wie KI bereits heute in unterschiedlichen Unternehmensbereichen eingesetzt wird, etwa in der Qualitätskontrolle, der Prozessautomatisierung, dem Wissensmanagement oder im Service.
Dabei wurde deutlich, dass DEUTZ KI nicht als isoliertes Technologieprojekt betrachtet, sondern als strategischen Enabler der Unternehmens- und Geschäftstransformation versteht. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Tools, sondern konkrete betriebliche Mehrwerte und die Unterstützung zentraler Geschäftsprozesse. Als wesentliche Erfolgsfaktoren nannten die Referenten eine klare strategische Ausrichtung, eine leistungsfähige Datenbasis sowie die aktive Einbindung der Mitarbeitenden. Nur wenn Technologie, Organisation und Menschen zusammenspielen, könne das Potenzial von KI nachhaltig ausgeschöpft werden.
Streitgespräch: Digitalisierung und KI im Maschinen- und Anlagenbau
Zum Abschluss der Veranstaltung diskutierten Prof. Dr. Christian Hürter (DEUTZ), Dr. Kai Hudetz (IFH Köln), Prof. Dr. Nils Finger (Geschäftsführer Log Navigations und Professor an der CBS International Business School), Hartmut König (CTO Central Europe, Adobe Deutschland) sowie Stefan Willkommer (CEO & Co-Founder der TechDivision GmbH) über den aktuellen Stand der Digitalisierung und die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Maschinen- und Anlagenbau.
Im Mittelpunkt standen Fragen nach dem tatsächlichen Digitalisierungsgrad der Branche, dem praktischen Nutzen von KI sowie den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung in den Unternehmen. Dabei wurde deutlich, dass viele Unternehmen bereits wichtige Fortschritte erzielt haben, die digitalen Reifegrade jedoch weiterhin stark variieren. Einigkeit bestand darüber, dass Künstliche Intelligenz kein Selbstzweck ist: Nachhaltige Erfolge entstehen nur dort, wo belastbare Daten, effiziente Prozesse und eine klare strategische Zielsetzung zusammentreffen.
Die Diskussionsrunde zeigte zugleich, dass KI bereits heute in zahlreichen Anwendungsfeldern einen konkreten Mehrwert stiften kann, beispielsweise bei Bedarfsprognosen, der Bestandsoptimierung oder vorausschauenden Wartungskonzepten. Gleichzeitig wurde betont, dass viele Unternehmen noch am Anfang ihrer KI-Transformation stehen. Der gemeinsame Rat der Experten lautete daher, mit konkreten Anwendungsfällen und nachvollziehbaren Geschäftsnutzen zu starten, Erfahrungen zu sammeln und darauf aufbauend die eigenen KI-Kompetenzen systematisch weiterzuentwickeln. Statt auf den perfekten Masterplan zu warten, seien Pragmatismus, Lernbereitschaft und mutige erste Schritte oft die entscheidenden Erfolgsfaktoren.
Historisches Highlight
Ein symbolträchtiger Schlusspunkt rundete die Veranstaltung ab: Mit der Vorführung des ersten funktionsfähigen Verbrennungsmotors der Welt aus dem Jahr 1876 schlug DEUTZ die Brücke zwischen industrieller Tradition und digitaler Zukunft. Die Veranstaltung machte eindrucksvoll deutlich, dass Digitalisierung und Künstliche Intelligenz keine Zukunftsthemen mehr sind, sondern bereits heute entscheidende Hebel für Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und neue Geschäftsmodelle im Maschinen- und Anlagenbau darstellen.
Veranstalter
Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Cluster des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
