Bildquelle: VDMA NRW
Praxisnah, interaktiv und direkt anwendbar: Der Workshop von KI.NRW vermittelte Werkzeuge, um KI-Potenziale im Unternehmen gezielt zu erschließen.
Wie gelingt der Einstieg in die betriebliche Nutzung Künstlicher Intelligenz? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich am 10. September 2026 Teilnehmende aus dem nordrhein-westfälischen Maschinen- und Anlagenbau. Gemeinsam mit KI.NRW veranstaltete ProduktionNRW einen Praxis-Workshop. Ziel der Veranstaltung war es, Unternehmen bei der Identifikation konkreter KI-Anwendungsfälle zu unterstützen und erste Schritte auf dem Weg zur Umsetzung zu entwickeln.
Die KI.NRW-Experten Michael Kirsch, Fabio Griehl und Luca Schouren führten die Teilnehmenden in die Welt der Künstlichen Intelligenz ein. Dabei wurde deutlich: KI ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits heute in vielen Bereichen des Alltags und der industriellen Praxis präsent. Gleichzeitig zeigte der Workshop auf, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten entlang industrieller Wertschöpfungsketten inzwischen sind.
Von KI-Grundlagen zu industriellen Anwendungsfällen
Zunächst vermittelten die Referenten ein verständliches Grundverständnis moderner KI-Technologien. Neben der Einordnung aktueller Entwicklungen wurden zentrale Unterschiede zwischen klassischen regelbasierten Systemen, KI-Basismodellen und spezialisierten KI-Lösungen erläutert. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über analytische, generative und agentische KI-Anwendungen sowie deren Relevanz für industrielle Prozesse.
Anhand zahlreicher Praxisbeispiele aus Nordrhein-Westfalen wurde deutlich, wie Unternehmen bereits heute von KI profitieren können. Vorgestellt wurden unter anderem Anwendungsfelder wie die vorausschauende Wartung von Maschinen, die Optimierung von Produktions- und Logistikprozessen, die automatisierte Qualitätskontrolle mittels Bildverarbeitung, die Nutzung von KI im Engineering sowie moderne Wissens- und Assistenzsysteme für Mitarbeitende.
Eigene Herausforderungen als Ausgangspunkt
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand jedoch nicht die Technologie, sondern die konkrete betriebliche Anwendung. Unter Anleitung von KI.NRW arbeiteten die Teilnehmenden nach dem bewährten KI.Scouting-Ansatz. Ausgangspunkt war die Identifikation von Herausforderungen, Engpässen und Routineaufgaben im eigenen Unternehmen. Die zentrale Botschaft: Besonders hilfreich ist es, KI-Anwendungsfälle aus konkreten Problemen und Verbesserungspotenzialen im Arbeitsalltag abzuleiten.
In einer strukturierten Ideensammlung entwickelten die Teilnehmenden zahlreiche mögliche Anwendungsfälle entlang ihrer eigenen Wertschöpfungsketten. Dabei wurden sowohl bestehende Datenquellen als auch Prozessschwachstellen und neue technologische Möglichkeiten betrachtet. Anschließend erfolgte die Auswahl besonders relevanter Anwendungsfälle, die in den Unternehmensteams weiter ausgearbeitet wurden.
KI-Lösungen entwickeln und bewerten
Auf Basis ausgewählter Use Cases erarbeiteten die Teams erste Lösungsskizzen. Mithilfe einer strukturierten Scouting Card beschrieben sie Herausforderungen, mögliche KI-Ansätze, erwartete Mehrwerte sowie notwendige Voraussetzungen für eine Umsetzung. Dabei standen Fragen nach Nutzen, Wirtschaftlichkeit, Datenverfügbarkeit und organisatorischer Machbarkeit im Mittelpunkt.
Besonders wertvoll erwies sich der anschließende Austausch im Plenum. Ausgewählte Lösungsansätze wurden vorgestellt, diskutiert und gemeinsam bewertet. Die methodische Gegenüberstellung von Nutzenpotenzial und Umsetzbarkeit half den Teilnehmenden dabei, realistische Prioritäten für ihre nächsten Schritte zu setzen und erste Umsetzungsideen zu konkretisieren.
Erfolgsfaktoren für die Umsetzung
Neben der Identifikation von Anwendungsfällen beleuchteten die Referenten auch die organisatorischen und regulatorischen Rahmenbedingungen erfolgreicher KI-Projekte. Themen wie Datenqualität, Change-Management, Governance, Datenschutz sowie die Anforderungen der europäischen KI-Verordnung spielten dabei eine wichtige Rolle. Zudem wurde deutlich, dass der Aufbau von KI-Kompetenzen innerhalb der Belegschaft eine zentrale Voraussetzung für die nachhaltige Nutzung entsprechender Technologien darstellt.
KI erfolgreich in die Praxis bringen
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, dass der Einstieg in die Nutzung von Künstlicher Intelligenz keine Frage der Unternehmensgröße oder umfangreicher Vorkenntnisse ist. Entscheidend ist vielmehr ein strukturierter Blick auf die eigenen Prozesse und die Bereitschaft, konkrete Herausforderungen systematisch anzugehen. Mit praxisnahen Methoden, verständlich aufbereitetem Wissen und dem offenen Austausch untereinander erhielten die Teilnehmenden wertvolle Impulse für ihre individuelle KI-Reise.
Weitere Informationen
- Weitere Informationen von KI.NRW zum KI.Scouting und AI.Shadowing sind jeweils verlinkt.
- Informationen zu Fördermöglichkeiten für KI-Projekte erhalten Sie bei der NRW.BANK.
- Die KI.Landkarte bietet zahlreiche Praxis- und Anwenderbeispiele aus Nordrhein-Westfalen.
- Mit dem KI.KompetenzNavi erhalten Sie einen Überblick über kostenfreie Schulungs- und Weiterbildungsangebote rund um Künstliche Intelligenz.
