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QM Corner: Process Mining im Fokus

Steigende Komplexität, wachsende Variantenvielfalt sowie hoher Kosten- und Zeitdruck prägen den Maschinen- und Anlagenbau. Transparente und robuste Prozesse sind dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor. Genau hier setzt Process Mining an: Es schafft datenbasierte Transparenz über reale Prozessabläufe und ermöglicht es, fundierte Optimierungspotenziale zu identifizieren – jenseits von Annahmen und punktuellen Analysen. Um praxisnahe Impulse zu diesen Themen zu geben, veranstaltete ProduktionNRW am 5. Februar 2026 die erste QM-Corner im neuen Jahr.

Process Mining für den Maschinen- und Anlagenbau

Lucas M. Schroth, Geschäftsführer von Process.Science, zeigte in seinem Impuls, wie datenbasierte Prozessanalysen produzierenden Unternehmen dabei helfen, ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig zu steigern. Die systematische Auswertung realer Prozessdaten bildet eine verlässliche Grundlage für bessere Entscheidungen. Klassische Prozessbeschreibungen – etwa in Handbüchern oder im Rahmen von Interviews – bilden hingegen häufig nicht das tatsächliche Prozessgeschehen ab. Process Mining stellt diesen subjektiven Einschätzungen eine objektive Datengrundlage gegenüber und macht Abweichungen, Ineffizienzen und potenzielle Optimierungsfelder klar sichtbar.

Darüber hinaus wurde die nahtlose Integration der Lösung in bestehende IT-Landschaften – einschließlich gängiger ERP-Systeme – hervorgehoben. Ein praxisnahes Fallbeispiel aus dem Beschaffungswesen veranschaulichte, wie Unternehmen mithilfe von Process Mining Transparenz über Bestellprozesse gewinnen, Engpässe identifizieren und die operative Effizienz steigern können. Anhand von Dashboards und Prozessmodellen wurde gezeigt, wie Bestellvolumina, Durchlaufzeiten, Abweichungen oder Lieferantenleistungen visualisiert und bewertet werden können. Die vorgestellte Beispielanwendung machte zudem deutlich, wie tief Anwender in einzelne Prozessvarianten, Ursachenanalysen und Vergleichsansichten eintauchen können – ein großer Mehrwert sowohl für strategische als auch für operative Optimierungen.

Diskussion und Austausch

In der abschließenden Diskussion rückten vor allem praktische Fragen der Teilnehmenden in den Fokus. Besonders großes Interesse bestand daran, wie Event Logs im Unternehmen zuverlässig erfasst werden können und welche Systemvoraussetzungen dafür notwendig sind. Zudem wollten die Teilnehmenden wissen, wie aktuell die zugrunde liegenden Prozessdaten im Process Mining typischerweise sind und in welchen Intervallen Aktualisierungen sinnvoll erfolgen, um beispielsweise Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Ein weiterer zentraler Punkt war der Umfang der erforderlichen Daten: Es wurde diskutiert, welche Mindestinformationen angegeben werden müssen, um valide Prozesse visualisieren zu können, und in welchen Fällen zusätzliche Attribute den Analyseumfang und die Aussagekraft deutlich erweitern. Insgesamt zeigte sich, dass Transparenz über Datenquellen, Aktualisierungszyklen und Datenqualität entscheidend dafür ist, ein Process-Mining-Projekt erfolgreich aufzusetzen und nachhaltig nutzbar zu machen.

Veranstalter

Die Veranstaltung wird von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Cluster des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.