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Dialog zu den Zukunftsperspektiven des NRW-Maschinen- und Anlagenbaus

In seiner Begrüßung unterstrich Wolf D. Meier-Scheuven als Clustersprecher ProduktionNRW zugleich den Auftakt der neuen Förderperiode und lud dazu ein, die zukünftige Clusterarbeit aktiv mitzugestalten. Als zentrale Arbeitsschwerpunkte benannte er Demografie und Fachkräftemangel, Digitalisierung und Industrie 4.0, Dekarbonisierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sowie die veränderte Globalisierung. Eine Kernbotschaft seiner Rede und der Veranstaltung lautet: „Die Perspektive, die wir heute einnehmen, bestimmt morgen unseren Handlungsspielraum. Und genau deshalb ist dieser Dialog heute so wichtig: weil er Raum schafft, Perspektiven zu teilen, zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.“

Beim „Dialog zu den Zukunftsperspektiven des NRW-Maschinen- und Anlagenbaus“ im Industrie-Club Düsseldorf brachte das Cluster ProduktionNRW am 02.02.2026 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen, Institutionen, Netzwerken, Politik und weiteren Stakeholdern zusammen. Die rund 100 Teilnehmer diskutierten dort zentrale Zukunftsfragen einer Branche, die mit gut 200.000 Beschäftigten zu den wirtschaftlichen Stützen des Landes zählt.

Den inhaltlichen Rahmen setzte anschließend Prof. Dr. Michael Hüther (Institut der deutschen Wirtschaft) mit dem Einführungsvortrag „Wie können wir unsere wirtschaftliche Zukunft gestalten?“, der die volkswirtschaftliche Perspektive auf Geopolitik, Strukturwandel und Transformation eröffnete. Daran knüpfte Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, mit einer Keynote zu Impulsen für einen starken Maschinenbaustandort NRW an – ausdrücklich als Brücke in die anschließende Diskussion. Beide betonten die Bedeutung des Maschinenbaus als technologischer Treiber – für vernetzte Produktion, nachhaltige Wertschöpfung und Innovationskraft im internationalen Wettbewerb.

Die anschließende Talkrunde mit Verena Thies (VDMA-Vizepräsidentin), Wolf D. Meier-Scheuven, Mona Neubaur und Prof. Michael Hüther fokussierte auf aktuelle Herausforderungen. Verena Thies betonte, dass alles darangesetzt werden müsse, die lokale Wertschöpfung in NRW und Deutschland zu erhalten. Dafür seien Investitionen in neue digitale Geschäftsmodelle und Produktinnovationen entscheidend, so Wolf D. Meier-Scheuven. Als Wettbewerbsvorteil wurde nicht nur die exzellente Forschungslandschaft in NRW betont, vielmehr wurde auch die enge Zusammenarbeit in Clustern wie ProduktionNRW hervorgehoben, weil die Verbindung von Industrie, Clusterstruktur und Wissenschaft in NRW weiterhin stark sei (Prof. Dr. Michael Hüther).

Gleichzeitig steht die exportorientierte Industrie stark unter Druck – unter anderem durch US-Zölle und Wettbewerbsverzerrungen aus China; Freihandelsabkommen etwa mit Indien und Mercosur werden als positives Signal gesehen. Einig waren sich die Diskutierenden: Ohne Strukturreformen und Entlastungen für den Mittelstand kann Deutschland als Exportnation nicht bestehen – und die Landesregierung setzt hier u. a. auf beschleunigte Produktionsdigitalisierung und Industrial AI als neues Geschäftsmodell für NRW (Mona Neubaur).

Auf Basis der Studie „Update Wachstumsmotor Maschinenbau NRW“ des Clusters ProduktionNRW wurden vier zentrale Trendlinien vertieft: der Wandel der Arbeitswelt, Chancen der Digitalisierung und neuer Geschäftsmodelle, Klimaschutz als Innovationsmotor sowie die Positionierung der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus im globalen Wettbewerb. Diese Themen wurden in den nachfolgenden Foren weiter konkretisiert und durch Best Practices aus der Unternehmenspraxis ergänzt.

Die Beiträge der Teilnehmenden machten deutlich: Der Maschinen- und Anlagenbau in NRW sieht sich nicht als Betroffener, sondern als aktiver Gestalter der Transformation. Unternehmen investieren in Automatisierung, KI und datenbasierte Geschäftsmodelle und treiben zugleich klimafreundliche Produktionsprozesse voran. Politik und Forschung unterstützen diese Entwicklung durch Qualifizierungsinitiativen, Innovationsförderung und Infrastrukturmaßnahmen.

Gemeinsames Fazit des Dialogs: NRW verfügt über eine starke industrielle Substanz – Zukunftsfähigkeit entsteht jedoch nur durch konsequente Investitionen, mutige Entscheidungen und enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dr. David Blass, Clustermanager ProduktionNRW und Geschäftsführer des VDMA-Landesverbands NRW, fasste abschließend zusammen: „Der Maschinen- und Anlagenbau wird in zehn Jahren anders sein, als er es vor zehn Jahren war und aktuell ist, doch eines ist sicher: NRW wird ein starker und bedeutender Standort für diese Branche sein.“

Veranstalter

Die Veranstaltung wird von ProduktionNRW angeboten. ProduktionNRW ist das Cluster des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.