Was macht Unternehmen für Fachkräfte wirklich attraktiv? Der Auftakt der Webinarreihe zeigt, warum Arbeitgeberattraktivität nicht im Recruiting beginnt, sondern im gelebten Arbeitsalltag – und welche Faktoren dabei entscheidend sind.
Am 6. Mai 2026 startete die neue Webinarreihe „Zukunftsfähige Arbeitswelten im Maschinenbau – Fachkräfte gewinnen und halten“ mit einem digitalen Auftakt. Die Veranstaltung wurde von ProduktionNRW in Kooperation mit dem VDMA Nord organisiert und brachte zahlreiche Teilnehmende aus der Branche zusammen.
Im Fokus standen aktuelle Herausforderungen der Fachkräftesicherung – und vor allem die Frage, welche Rolle die tägliche Arbeitsrealität für Arbeitgeberattraktivität und Mitarbeiterbindung spielt.
Arbeitgeberattraktivität beginnt im Alltag – nicht im Recruiting
Den inhaltlichen Impuls lieferten Sabine und Jørn Rings von der NEU Gesellschaft für Innovation mbH.
Ihr zentraler Punkt:
Arbeitgeberattraktivität entsteht nicht erst im Recruitingprozess, sondern im täglichen Miteinander im Unternehmen
Damit rückt der Blick weg von klassischen Recruiting-Maßnahmen hin zu Faktoren wie:
- Arbeitskultur und Führung
- Zusammenarbeit im Team
- Arbeitsumgebung und Rahmenbedingungen
- gelebte Prozesse und Strukturen
Diese Aspekte können maßgeblich dazu beitragen, ob Mitarbeitende bleiben, sich engagieren oder das Unternehmen verlassen.
Fachkräftesicherung im Maschinenbau: Zahlen und Entwicklungen
Die Bedeutung des Themas wurde anhand aktueller Entwicklungen deutlich:
Im deutschen Maschinen- und Anlagenbau sind rund eine Million Beschäftigte tätig, gleichzeitig wird in den kommenden Jahren ein erheblicher Teil der Belegschaften altersbedingt ausscheiden. Hinzu kommen steigende Herausforderungen wie lange Vakanz Zeiten bei offenen Stellen, hohe Kosten durch Fluktuation und sinkende Mitarbeiterbindung.
Vor diesem Hintergrund wird klar:
Attraktive Arbeitswelten sind ein wichtiger Hebel für Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Wissenserhalt.
Kultur schlägt Benefits: Was wirklich bindet
Mitarbeitende entscheiden sich selten wegen einzelner Benefits für oder gegen ein Unternehmen – sondern aufgrund ihrer täglichen Erfahrungen. Besonders relevant sind dabei:
- wertschätzende Führung
- Anerkennung im Arbeitsalltag
- klare Kommunikation
Studien zeigen, dass fehlende Wertschätzung, schlechte Führung oder mangelnde Entwicklungsperspektiven zu den häufigsten Gründen für Kündigungen zählen.
Arbeitsumgebung als unterschätzter Erfolgsfaktor
Neben der Unternehmenskultur wurde auch die physische Arbeitsumgebung als entscheidender Faktor hervorgehoben. Aspekte wie Lichtverhältnisse, Lärm, Sauberkeit oder Gestaltung der Aufenthaltsbereiche haben direkten Einfluss auf die Zufriedenheit, Motivation und Gesundheit der Beschäftigten. Auch die Arbeitsumgebung sendet täglich Signale – darüber, wie wertschätzend und zukunftsorientiert ein Unternehmen aufgestellt ist.
Interaktiver Austausch im Webinar
Der Erfahrungsaustausch zeigte, dass dieses Thema viele Unternehmen bewegt – und der Bedarf an Best-Practice-Beispielen sowie konkreten Ansätzen hoch ist.
Auftakt einer sechsteiligen Webinarreihe
Die Veranstaltung am 6. Mai bildete den Auftakt einer mehrteiligen Webinar Reihe, die zentrale Aspekte zukunftsfähiger Arbeitswelten beleuchtet. Der nächste Termin findet am 08.07.2026 statt: Transformationsprozesse partizipativ begleiten
Ziel ist es, Unternehmen im Maschinenbau praxisnahe Impulse zur Fachkräftesicherung zu geben und den Austausch innerhalb der Branche weiter zu stärken.
Fazit: Zukunftsfähigkeit entsteht im Arbeitsalltag
Die zentrale Botschaft des Auftakts ist eindeutig: Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss den Arbeitsalltag in den Mittelpunkt stellen. Nicht einzelne Maßnahmen, sondern das Zusammenspiel aus Kultur, Führung, Arbeitsumgebung und Prozessen entscheidet langfristig über Attraktivität und Bindung.
Veranstalter
Die Veranstaltung wird von ProduktionNRW und dem Landesverband Nord angeboten. ProduktionNRW ist das Cluster des Maschinenbaus und der Produktionstechnik in Nordrhein-Westfalen und wird vom VDMA NRW durchgeführt. ProduktionNRW versteht sich als Plattform, um Unternehmen, Institutionen und Netzwerke untereinander und entlang der Wertschöpfungskette zu vernetzen, zu informieren und zu vermarkten. Wesentliche Teile der Leistungen, die ProduktionNRW erbringt, werden aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
